Zunehmende klimatische Veränderungen, insbesondere (früh-)sommerliche Trockenperioden sowie das geringe Wasserspeichervermögen leichter Böden und Einschränkungen der Beregnung, stellen den Zuckerrübenanbau vor wachsende Herausforderungen.
Aus diesem Grund hat sich die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Zuckerrübenanbaus in Norddeutschland e.V. (ARGE NORD)die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Zuckerrübenanbaus in Norddeutschland e.V. (ARGE NORD) diesem Themenbereich mit angenommen und gemeinsam mit Partnern ein Forschungsprojekt namens HydroBeet gestartet. Projektpartner neben dem DNZ sind sechs Landwirte aus dem norddeutschen Raum, die Nordzucker AG, die Agvolution GmbH sowie die AgroBiogel GmbH.
Projektansatz/ Projektziel:
Ziel des HydroBeet- Projektes ist es, durch die Kombination von neuen und bekannten Ansätzen, ein innovatives und standortangepasstes Anbausystem für die Zuckerrübe zu entwickeln, dass die Nutzungseffizienz des verfügbaren Wassers für den Zuckerrübenanbau erhöht.
Versuchsaufbau:
Zur Erreichung dieses Ziels werden mehrere Bausteine auf sechs verschiedenen Praxisbetrieben miteinander verknüpft:
- Anwendung und Erprobung neuer Produkte, die das Wasserspeicherungsvermögen im Boden verbessern und Pflanzen in Trockenphasen unterstützt sollen
- Einführung und Kombination evapotranspirationsmindernder Maßnahmen, um Wasserverluste zu reduzieren und die Wassernutzung der Pflanzen zu optimieren.
- Einbindung schlagspezifischer Sensordaten wie Niederschlag, Strahlung und Bodenfeuchte zur präzisen Steuerung der Beregnung.
- Integration von Wachstumsmodellen, um den tatsächlichen, standortspezifischen Wasserbedarf der Zuckerrübe besser abzubilden und fundierte Bewirtschaftungsentscheidungen zu ermöglichen.
Durch die Verknüpfung dieser Komponenten entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der nicht nur die Wassereffizienz steigert, sondern auch die Resilienz des Zuckerrübenanbaus gegenüber klimatischen Stressfaktoren nachhaltig verbessert.
Erste Ergebnisse 2025:
- Signifikanter Unterschied zwischen beregnet und unberegnet ⟶ Differenz im Mittel etwa 4 Tonnen Zucker pro Hektar Zuckerertrag (ZE) bzw. 20 t pro Hektar RE
- keine Variante konnte sich statistisch positiv hervorheben (RE, ZE, ZG)
- Negative Abweichung in beiden Varianten (beregnet/ unberegnet): Niedrige Bestandesdichte (ca. 47.000 Pflanzen/ha) zeigt die geringsten Zuckererträge
Schlussfolgerung für die zukünftige Versuchsanstellung:
Der unberegnete Block wird für die Versuchsanstellung 2026 in eine beregnungsreduzierte Variante überführt. Diese entspricht eher der praxisüblichen Bewirtschaftung auf den leichten Standorten im Projektgebiet. Darüber hinaus wird das ligninbasierte Hydrogel in geringerer Tiefe appliziert, um bestenfalls eine zuverlässige Wasseraufnahme und -speicherung zu gewährleisten. Der Variantenplan wird zudem um drei weitere Ansätze ergänzt: ein feinkörniges Tongranulat zur Verbesserung der Wasserspeicherung, ein granulierter Kalium-Spezialdünger sowie eine Biostimulanz auf Algenbasis. Die bisherigen Ansätze zur Applikation von Ethanol zur gezielten Stomataschließung in Trockenperioden sowie die Etablierung einer Klee-Untersaat werden hingegen nicht weiterverfolgt.
Förderung:
Das Projekt wird aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) im Rahmen des Netzwerkes EIP Agrar & Innovation Niedersachsen gefördert.
Laufzeit:
01.12.2024 bis 30.11.2027
Ansprechpartner:
Dirk Wollenweber (ZAV Südniedersachsen e.V.)
Juliane Stappenbacher (RAN e.V. und ZAV Schleswig- Holstein e.V.)
