Der Wirkstoff Phenmedipham (PMP) wird derzeit auf eine Verlängerung seiner Zulassung auf EU-Ebene überprüft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit veröffentlichte Anfang November, dass PMP hormonelle Effekte auf viele Umweltorganismen haben könnte, die nicht gezielt bekämpft werden.
Die Task Force zu Phenmedipham, bestehend aus Bayer AG und UPL Europe, arbeitet aktuell daran alle erforderlichen Unterlagen zusammenzustellen, um die Zulassung für die Nutzung des Wirkstoffs PMP zu beantragen. Dafür haben der europäische Verband der Zuckerhersteller (CEFS) gemeinsam mit der internationalen Vereinigung der Europäischen Zuckerrübenanbauer (CIBE) ein Schreiben verfasst. Darin betonen sie die Relevanz des Wirkstoffs für einen nachhaltigen Zuckersektor in Europa. Zunächst geben sie einen Überblick über die Produktion und die Bedeutung des Zuckerrübenanbaus für die europäische Wirtschaft. Anschließend betonen sie die Wichtigkeit der Zuckerrübe in der Fruchtfolge sowie für das gesamtbetriebliche Unkrautmanagement. Zum Beispiel sind seit 2018 über 30 Wirkstoffe im Zuckerrübenanbau weggefallen, was die Bekämpfung von Unkraut, Schädlingen und Krankheiten stark erschwert. Dies führte sogar in besonders betroffenen Regionen wie Österreich, Tschechien, Frankreich, Spanien und Rumänien zu erheblichen Rückgängen der Anbauflächen und zu Fabrikschließungen. Tausende Arbeitsplätze im ländlichen Raum gingen verloren und die Zuckerselbstversorgung der EU wurde gefährdet. Daher ist eine Nichtverlängerung der Zulassung von Phenmedipham für die ohnehin schon gefährdete Rentabilität des Zuckerrübenanbaus in der EU eine starke Bedrohung und setzt die Existenzfähigkeit der europäischen Zuckerfabriken aufs Spiel setzen.