v.l.: Günter Tissen, Eckhard Hinrichs, Niels Kynast, Johann Meierhöfer, Dr. Heinrich-Hubertus Helmke

Hannover, 27. August 2025 – Realistische Lösungen statt ideologischer Vorschriften – so lautet das Fazit vom diesjährigen Verbandstag des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (DNZ). Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung standen aktuelle politische Herausforderungen für die Land- und Zuckerwirtschaft. Im Verbandsgebiet wächst derzeit eine gute Rübenernte heran.

„Investitionen sind unverzichtbar für die Zukunft unseres Rübenanbaus“, sagt der Verbandsvorsitzende Eckhard Hinrichs. Nur wenn die Wertschöpfungskette Zucker aus Rüben an allen Stellen funktioniere, seien Weiterentwicklungen auch beim Klimaschutz umsetzbar. Dies erfordere zum einen planbare politische Rahmenbedingungen und zum anderen die Akzeptanz der Endabnehmer für angemessene Preise.

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Mit Blick auf den heimischen Rübenanbau bedeute dies aber auch, nur so viel zu produzieren, wie der Markt nachfrage. Hinrichs wies darauf hin, dass die Produktionskosten im Rübenanbau und der Zuckerindustrie während der zurückliegenden Jahre stark gestiegen sind. Grund dafür seien zunehmende gesetzliche Auflagen z.B. für Düngung, Pflanzenschutz und Dokumentationen. Einseitige Handelszugeständnisse der EU mit den Staaten des MERCOSUR und der Ukraine gefährden aufgrund der sehr unterschiedlichen Sozial- und Umweltstandards den fairen Wettbewerb. Hinzu kommen Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU wegen unterschiedlicher Anwendungsbestimmungen für Pflanzenschutzmittel und nationaler Alleingänge beim Klimaschutz. Nicht zuletzt würden medial geschürte Ängste auch Innovationen durch moderne Züchtungstechniken verhindern oder verzögern.

In ihren Gastvorträgen beleuchteten Günter Tissen von der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) und Johann Meierhöfer vom Deutschen Bauernverband (DBV) die politischen Herausforderungen für die Zuckerbranche und die Landwirtschaft. Beide Redner machten deutlich, dass künftig realistische und bezahlbare Lösungen gebraucht werden anstatt ideologischer Vorschriften, die wirtschaftlich nicht tragfähig sind.

Gute Rübenernte erwartet

In Kürze beginnt die Zuckerrübenernte und parallel werden die Zuckerfabriken mit der Verarbeitung starten. Die Rübenbestände im Verbandsgebiet zwischen Küsten und Südharz sowie Weser, Elbe und Oder zeigen sich überwiegend zufriedenstellend. Insgesamt rechnet der DNZ mit soliden Rübenerträgen, wobei der Zuckergehalt derzeit noch die große Unbekannte bleibt. Aufgrund der gegenüber dem Vorjahr eingeschränkten Anbaufläche könnte die Kampagne im Januar beendet werden.

Jahresbericht vorgelegt

Die wichtigsten Daten und Fakten zur Verbandsarbeit sind im Jahresbericht des DNZ zusammengefasst, der ab sofort unter www.dnz.de zur Verfügung steht. Auszugsweise berichtete Verbandsgeschäftsführer Dr. Heinrich-Hubertus Helmke über besondere Themen und Ereignisse des zurückliegenden Geschäftsjahres. Mit Blick nach vorne bleibt es klares Ziel des DNZ, marktgerechte und faire Rübenpreise auszuhandeln. Diese sollen auch künftig sowohl im Konzert der Konkurrenzkulturen auf dem Acker vorzüglich bleiben als auch dem Vergleich zu Wettbewerbern auf nationaler und europäischer Ebene standhalten.

Jahresbericht 2024/2025